Am 26. und 27. Februar 2026 durfte die Walter-Gropius-Schule eine hochrangige japanische Delegation des Vereins Chikyunokai zum Thema nachhaltiger Holzbau begrüßen. Chikyunokai setzt sich für Auslandserfahrungen in Form eines Wanderjahres für Tischlerei- und Zimmereigesellen in Japan und arbeitet bereits seit zwei Jahren eng mit der Walter-Gropius-Schule und dem Erasmus+ Programm zusammen. Außerdem ist der Verein ein Zusammenschluss vieler holzverarbeitender Betriebe, die sich dem nachhaltigen Holzbau verschrieben haben. Die Gäste befanden sich auf einer einwöchigen Studienreise zur nachhaltigen Holzwirtschaft, zu holzverarbeitenden Betrieben sowie zur dualen Ausbildung im Bereich Tischlerei und Zimmerei in Deutschland.



Zur Delegation gehörten:
- Kazuhiro Shudo, CEO bei Hoshukin Cointruct Inc.
- Datsuke Kobayashi, leitender Mitarbeiter bei Hoshukin Construct Co. Ltd.
- Shinya Ozaki, leitender Mitarbeiter bei Oono Construct Co. Ltd.
- Tetsuya Kawamoto, leitender Mitarbeiter bei Shinsan Jukato Co. Ltd.
- Vertreter von Jutaku Co. Ltd.
- Jun Ikegushi, CEO bei Satoyama kobo
- Nobuteru Yamasaki, Geschäftsführer von Chikyunokai
- Noriaki Ikeda, Reiseveranstalter und Koordinator
Im Rahmen ihrer Studienreise besuchte die Delegation unter anderem Projekte zur nachhaltigen Holzwirtschaft in Bonn sowie die Fachmesse Dach + Holz in Köln. Ziel war es, sich über innovative Entwicklungen im Holzbau, moderne Fertigungstechniken und nachhaltige Bewirtschaftungskonzepte zu informieren. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem deutschen dualen Ausbildungssystem in den Gewerken Tischlerei und Zimmerei – ein Modell, das in Japan auf großes Interesse stößt.

Der erste Besuchstag in Hildesheim begann mit der offiziellen Begrüßung durch Schulleiterin Ute Rahlves und das Team Internationalisierung der Walter-Gropius-Schule. Für einen herzlichen Empfang sorgte die die Kooperationsklasse in der Bäckerei unter der Leitung des Fachpraxislehrers Oliver Schubert sowie der Mobilitätsbeauftragten Daniela Dau, die Gebäck und Getränke vorbereitet hatten.
Im Anschluss fand ein gemeinsamer Workshop statt: Der deutsche Tischlermeister und Fachpraxislehrer Igor Szlakowski san und Zimmermeister Kazuhiro Shudo san arbeiteten zusammen mit Schülerinnen und Schülern des ersten und dritten Lehrjahres im Tischlerhandwerk. Im Mittelpunkt standen traditionelle japanische Holzverbindungen, Hobel- und Sägetechniken sowie der fachliche Austausch über unterschiedliche handwerkliche Herangehensweisen in Deutschland und Japan. Besonders beeindruckend war das präzise Zusammenspiel von Handwerkstradition und moderner Ausbildung und die hochpräzisen Werkzeuge.








Am Nachmittag wurde die Delegation im Rathaus der Stadt Hildesheim von Frau Dr. Wendt und Herrn Rösner vor der sehr bewunderten erhaltenen hölzernen Rathaustür empfangen – ein Zeichen der Wertschätzung für die internationale Zusammenarbeit.



Es folgte eine Teestunde mit traditionellem Ostfriesentee und klassischem Gebäck in der Bäckerei Herr von Myra. Anschließend führte Regine Göpel durch die Hildesheimer Innenstadt. Im Fokus standen die berühmte Fachwerkbauweise, die Geschichte der Stadt sowie die aufwendige Restaurierung des historischen Marktplatzes.
Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der Praxis. Drei Betriebe öffneten ihre Türen für die japanischen Gäste:
- Tischlerei Ossenkopp in Hildesheim-Sorsum mit Martin Ossenkopp (Innungsmeister), Sabine Ossenkopp und Philipp Ossenkopp – spezialisiert auf Fenster- und Türenbau.
- Zimmerei Hoffmeister in Lamspringe, die Großprojekte im Holzhausbau realisiert – vom Einfamilienhaus bis hin zu zwölfstöckigen Holzhochhäusern.
- Kaether + Weise in Lamspringe, vertreten durch Inhaber Andreas Kaether (Lehrlingswart der Innung), der die Delegation den gesamten Tag begleitete und den Auszubildenden Jan Lasalle.















In allen Betrieben fanden ausführliche Betriebsführungen statt, bei denen moderne Maschinen, nachhaltige Materialien und Ausbildungsstrukturen vorgestellt wurden. Ein besonderes Highlight war der Beitrag des Auszubildenden Jan Lassalle, der im April ein dreiwöchiges Praktikum in Japan absolvieren wird. Er demonstrierte eine deutsche Schwalbenschwanz-Verbindung und gab damit einen praxisnahen Einblick in traditionelle Verbindungstechniken.
Beim gemeinsamen Mittagessen in der inklusive geführten Miara-Ranch in Lamspringe wurde auch dieser Beriech der Ausbildung in Deutschland Thema beim Mittagessen zu traditioneller Currywurst oder Grünkohl.

Den gelungenen Abschluss bildete ein gemeinsames Beisammensein bei selbstgebackenem Bienenstich, Kaffee und Tee in der Tischlerei Kaether + Weise – eine Atmosphäre, die den Geist des Austauschs und der Partnerschaft eindrucksvoll widerspiegelte.


Der Besuch der japanischen Delegation zeigte eindrucksvoll, wie nachhaltiger Holzbau, handwerkliche Tradition und moderne Ausbildung internationale Brücken schlagen können. Die Begegnungen zwischen Schülerinnen, Schülern, Auszubildenden, Meisterinnen und Meistern sowie internationalen Gästen waren geprägt von Respekt, Neugier und gegenseitiger Wertschätzung.


Die Walter-Gropius-Schule freut sich auf eine weiterhin enge Zusammenarbeit mit Chikyunokai und ihren Partnerbetrieben – für eine nachhaltige Zukunft im Holzbau und eine lebendige internationale Bildungskooperation.

