Ethical and Green Food Labelling

Unser Erasmus+-Projekt geht in die nächste Phase

Vom Kompetenzcheck über digitale Lernangebote bis hin zu internationalen Projekttreffen in Mykonos und Island. Das Erasmus+-Projekt „Ethical and Green Food Labelling“ hat in den vergangenen Monaten wichtige Meilensteine erreicht. Nun geht es darum, die entwickelten Materialien in die Praxis zu bringen und nachhaltig in der beruflichen Bildung zu verankern.

Seit 2024 arbeitet die Walter-Gropius-Schule gemeinsam mit europäischen Partnerorganisationen an dem Erasmus+-Projekt „VET Course in Ethical and Green Food Labelling for the Mind Shifting Towards Ethical and Sustainable Consumption“. Ziel des Projekts ist es, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte für nachhaltige und ethische Lebensmittelproduktion und -kennzeichnung zu sensibilisieren und entsprechende Kompetenzen in der beruflichen Bildung zu stärken.

Dabei geht es um eine Frage, die uns alle betrifft: Wie können Verbraucherinnen und Verbraucher nachhaltige und faire Lebensmittel erkennen – und welche Informationen benötigen sie, um bewusste Entscheidungen treffen zu können?

Von der Analyse zu konkreten Lernangeboten

Zu Beginn des Projekts wurden in den beteiligten Ländern Kompetenzen, Einstellungen und bestehende Wissenslücken zum Thema nachhaltige Lebensmittelkennzeichnung untersucht.

Die Ergebnisse zeigten unter anderem, dass Bildung eine zentrale Rolle bei der Vermittlung von Wissen über nachhaltige Kennzeichnungen spielt. Gleichzeitig haben viele Lernende Schwierigkeiten, unterschiedliche Zertifizierungs- und Kennzeichnungssysteme richtig einzuordnen. Auch Unternehmen stehen vor Herausforderungen, beispielsweise durch Kosten und unterschiedliche Anforderungen.

Auf dieser Grundlage entwickelten die Projektpartner neue Lernangebote für die berufliche Bildung.

Inzwischen stehen zehn Lernmodule und drei Microcredentials zur Verfügung. Sie beschäftigen sich unter anderem mit den Grundlagen ethischer Lebensmittelkennzeichnung, mit Compliance und Verbraucherkommunikation sowie mit digitalen Werkzeugen und Innovationen. Die Materialien wurden für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Fachkräfte aus dem Lebensmittelbereich entwickelt und sind mittlerweile online verfügbar.

Damit ist ein wichtiger Schritt geschafft. Aus der ursprünglichen Analyse sind konkrete Materialien entstanden, die zukünftig im Unterricht und in der beruflichen Weiterbildung eingesetzt werden können.

Der MOOC: Lernen über nachhaltige Lebensmittelkennzeichnung

Ein besonderer Bestandteil des Projekts ist der gemeinsam entwickelte MOOC (Massive Open Online Course).

Im Juni 2026 trafen sich die Projektpartner auf Mykonos, um den Onlinekurs gemeinsam zu testen. 22 Teilnehmende aus den Partnerorganisationen überprüften die einzelnen Module, Lernziele, Multimediaangebote, Quizze, Navigation und Benutzerfreundlichkeit.

Dabei wurde nicht nur fachlich gearbeitet. Die internationalen Teams entwickelten beispielsweise mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz visuelle Gestaltungselemente für die einzelnen Kapitel des Kurses. Gleichzeitig wurden die Inhalte auf Verständlichkeit und Interaktivität überprüft.

Das Ergebnis: Der MOOC befindet sich inzwischen auf einem weit fortgeschrittenen Entwicklungsstand. Die Rückmeldungen aus der Testphase werden noch eingearbeitet, bevor der Kurs offiziell veröffentlicht wird.

Internationale Zusammenarbeit in Island

Der bisher jüngste große Meilenstein führte die Projektpartner Ende August nach Hofsós in Island.

Vom 31. August bis zum 4. September 2026 kamen die Partner aus neun Ländern zu einem fünftägigen Transnational Project Meeting und einer Learning, Teaching and Training Activity zusammen. Deutschland, Island, die Niederlande, Finnland, Norwegen, die Türkei, Italien, Griechenland und Lettland waren vertreten.

Im Mittelpunkt standen diesmal nicht nur die bisher entwickelten Lernmaterialien. Ein wesentlicher Schwerpunkt lag auf der Frage, wie ethische und nachhaltige Lebensmittelkennzeichnung auch auf politischer und gesellschaftlicher Ebene unterstützt werden kann.

Gemeinsam arbeiteten die Partner an den Policy Guidelines for Ethical and Green Food Labelling und entwickelten Empfehlungen für die weitere Umsetzung.

Nachhaltigkeit erleben statt nur darüber sprechen

Besonders spannend war die Verbindung von Projektarbeit und praktischen Erfahrungen.

Bei einer Exkursion zur Hólar University erhielten die Teilnehmenden Einblicke in nachhaltige Bildung und ländliche Entwicklung. Weitere Stationen waren unter anderem eine Arctic-Charr-Zuchtstation und das Icelandic Horse History Centre.

In Siglufjörður standen anschließend lokale Produktion, Kreislaufwirtschaft und nachhaltiges Unternehmertum im Mittelpunkt. Besucht wurden unter anderem das Herring Era Museum, eine Schokoladenfabrik, die Primex Marine Biotech Company, eine lokale Künstlergalerie sowie die Segull67 Brewery.

Diese Besuche machten deutlich, wie vielfältig die Verbindung zwischen Lebensmittelproduktion, Nachhaltigkeit, regionalen Ressourcen und Innovation sein kann.

Auch das Thema inklusive Lebensmittelkennzeichnung wurde praktisch bearbeitet. In einem Rollenspiel entwickelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Kennzeichnungen für unterschiedliche Verbrauchergruppen und diskutierten dabei Fragen der Verständlichkeit, Barrierefreiheit und kulturellen Vielfalt.

Von internationalen Erfahrungen zu nationalen Aktionen

Ein wichtiger Schritt während des Treffens in Island war die Präsentation der National Action Plans.

Die Partner entwickelten konkrete Ideen, wie die Ergebnisse des Projekts in ihren jeweiligen Ländern weiter genutzt und verbreitet werden können. Gleichzeitig wurden weitere Disseminationsmaßnahmen, Pilotaktivitäten und die Umsetzung der Policy Guidelines geplant.

Damit verändert sich auch der Schwerpunkt des Projekts. Die Entwicklungsarbeit ist weit fortgeschritten. Jetzt geht es zunehmend darum, die Ergebnisse in die Praxis zu bringen.

Wie geht es weiter?

In den kommenden Monaten stehen deshalb mehrere wichtige Aufgaben an:

  • der MOOC wird auf Grundlage der Rückmeldungen aus der Testphase finalisiert,
  • die entwickelten Materialien sollen mit Lehrkräften und Lernenden in den Partnerländern erprobt werden,
  • die Policy Guidelines werden weiter ausgearbeitet,
  • die National Action Plans werden umgesetzt,
  • die Projektergebnisse werden über verschiedene Kanäle verbreitet,
  • und die entwickelten Materialien sollen langfristig für die berufliche Bildung nutzbar gemacht werden.

Auch für die Walter-Gropius-Schule bietet das Projekt damit konkrete Perspektiven: Die entwickelten Module, Microcredentials und digitalen Lernangebote können zukünftig genutzt werden, um Themen wie Nachhaltigkeit, Konsumverhalten, Lebensmittelkennzeichnung und Greenwashing stärker in den Unterricht einzubinden.

Ein Projekt mit Blick über den Tellerrand

Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass Erasmus+ weit mehr bedeutet als internationale Treffen. Die Zusammenarbeit mit den Partnern ermöglicht es, unterschiedliche Bildungssysteme, regionale Besonderheiten und praktische Lösungsansätze miteinander zu vergleichen.

Von den ersten Kompetenzanalysen über die Entwicklung digitaler Lernangebote bis zu den praktischen Erfahrungen in Griechenland und Island ist das Projekt damit einen großen Schritt weitergekommen.

Das gemeinsame Ziel bleibt: Lernende und Lehrkräfte in Europa dafür zu sensibilisieren, nachhaltige, faire und transparente Lebensmittelkennzeichnung besser zu verstehen und damit bewusste Entscheidungen zu ermöglichen.

Die Arbeit geht weiter – und die nächsten Schritte führen von der gemeinsamen Entwicklung zunehmend in die praktische Anwendung.

Im folgenden sind noch einmal der bisherigen Arbeitsweg und die Etappenergebnisse zu verfolgen.