Erasmus+ in Island: Erfolgreicher Auftakt unseres europäischen Projekttreffens

Der erste Tag unseres internationalen Erasmus+-Projekttreffens in Hofsós im Norden Islands liegt hinter uns. Gemeinsam mit unseren europäischen Partnern arbeiten wir am Projekt „VET Course in Ethical and Green Food Labelling for the Mind Shifting Towards Ethical and Sustainable Consumption“. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie ethische und ökologische Lebensmittelkennzeichnung stärker in die berufliche Bildung und in die Praxis des Lebensmittelsektors integriert werden kann. Gleichzeitig soll bei jungen Menschen das Bewusstsein für einen nachhaltigeren und verantwortungsvolleren Konsum gestärkt werden.

Ein wesentliches Ziel des Projekts ist dabei sehr praxisorientiert: Am Ende des Projekts soll ein digitales Handbuch in zehn Sprachen vorliegen, das von Lehrkräften direkt im Unterricht mit Schülerinnen und Schülern eingesetzt werden kann. Darin werden die im Projekt erarbeiteten Erkenntnisse und Materialien zur ethischen und nachhaltigen Lebensmittelkennzeichnung gebündelt und für die berufliche Bildung nutzbar gemacht.

Unser erster Projekttag begann mit einem Besuch bei Ispónica. Dort erhielten wir interessante Einblicke in nachhaltige Landwirtschaft und Vertical Agriculture. Vorgestellt wurden innovative Möglichkeiten einer ressourcenschonenden Lebensmittelproduktion unter den besonderen Bedingungen Islands.

Anschließend setzte die internationale Projektgruppe ihre Arbeit im Icelandic Emigration Center in Hofsós fort. Gemeinsam wurden der aktuelle Stand des Projekts, die Fortschritte in den verschiedenen Arbeitspaketen sowie die nächsten Schritte und Aufgaben besprochen.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Work Package 4 (WP4). Hier geht es darum, Green and Ethical Food Labelling stärker mit der beruflichen Bildung und der Praxis im Lebensmittelsektor zu verbinden. Berufliche Schulen, Lehrkräfte und Lernende, Fachleute aus dem Lebensmittelsektor, politische Entscheidungsträger sowie weitere Akteure aus dem Bereich Nachhaltigkeit sollen dabei einbezogen werden.

Vorgestellt wurde auch das weitere methodische Vorgehen. Die Projektpartner untersuchen bestehende Ansätze und Regelungen in ihren jeweiligen Ländern. Mithilfe einer SWOT-Analyse wird betrachtet, was bereits gut funktioniert, wo noch Lücken bestehen, welche Verbesserungsmöglichkeiten es gibt und welche Faktoren weitere Entwicklungen erschweren könnten.

Darauf aufbauend folgen weitere Arbeitsschritte wie Fokusgruppen, die Entwicklung gemeinsamer Empfehlungen, Rückmeldungen aus der Praxis und die Evaluation der Ergebnisse. Diese Erkenntnisse fließen schließlich auch in das digitale, mehrsprachige Handbuch für den Unterricht ein. Damit entsteht aus der internationalen Zusammenarbeit ein konkretes Ergebnis, das über die Projektlaufzeit hinaus von Schulen genutzt werden kann.

Am Nachmittag standen außerdem die kommenden Projektaktivitäten, die Verbreitung der Projektergebnisse, die Qualitätssicherung sowie finanzielle, administrative und organisatorische Fragen auf der Tagesordnung.

Neben der fachlichen Projektarbeit spielt der persönliche Austausch zwischen den europäischen Partnern eine wichtige Rolle. Unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven aus den beteiligten Ländern zusammenzubringen, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten und voneinander zu lernen, macht den besonderen Wert eines Erasmus+-Projekts aus.

Am Abend bot ein gemeinsames internationales Kochen Gelegenheit, den ersten Projekttag in internationaler Atmosphäre ausklingen zu lassen und den persönlichen Austausch weiter zu vertiefen.

In den kommenden Tagen werden wir gemeinsam mit unseren europäischen Partnern intensiv an diesen Themen und an der weiteren Umsetzung des Projekts arbeiten. Dabei stehen neben der inhaltlichen Weiterentwicklung auch der Austausch von Erfahrungen und die Vorbereitung der nächsten Projektschritte im Mittelpunkt.

Wir werden weiter aus Island berichten und Einblicke in unsere gemeinsame europäische Projektarbeit geben.

Viele Grüße aus Hofsós

Rafael Meyer und Timo März