Deepdive in die japanische Kultur

Tag zwei in Sendai:

Voller Vorfreude auf das Kommende starteten Marius und ich in den heutigen Tag. 

Nachdem wir von unserem japanischen Chef abgeholt wurden, fuhren wir zunächst in die beiden Musterhäuser des Unternehmens. Dort konnten wir Jahrhunderte alte japanische Holzverbindungen begutachten, die so präzise  gearbeitet waren, dass wir aus dem Staunen gar nicht mehr herauskamen. 

Danach ging es direkt weiter zu einer weiteren Hausbesichtigung, bei der wir die Unterschiede zwischen der traditionellen japanischen Bauweise und der westlich orientierten modernen Bauweise gezeigt bekamen. Die Unterschiede waren frappierend, zeigt sich doch im modernen Japan, dass der Trend immer weiter Richtung westlicher Bauweise geht. 

Das Besondere an dem Unternehmen, bei dem wir arbeiten dürfen, ist allerdings, dass dieses dem Trend entgegen arbeitet und auf traditionelle Holzverbindungen, traditionelle Bauweisen und traditionelle Materialien setzt. 

Überwältigt von den vielen Eindrücken, ging es zum gemeinsamen Mittagessen.

In ruhiger, entspannter Atmosphäre genossen wir unsere japanische Nudelsuppe und hatten dabei Gelegenheit, uns mit unserem Chef über Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der deutschen und japanischen Kultur auszutauschen. Dabei stellten wir schnell fest, dass wir doch sehr viel gemeinsam haben – ein toller Moment, den Marius und ich so schnell nicht vergessen werden. Beflügelt durch die tolle Zeit während des Mittagessens, fuhren wir zu unserem nächsten Stopp – ein weiteres Haus in gemischter Bauweise. Hier treffen traditionelle japanische Baukunst auf moderne westliche Einflüsse ; für uns besonders eindrucksvoll und interessant. 

Unser Chef machte uns dabei auf die Herausforderungen aufmerksam, denen japanische Unternehmen heutzutage ausgesetzt sind. Sind heute viele Kunden westlich orientiert und wünschen sich dementsprechend auch einen westlichen Baustil. Die Gefahr, die damit ein hergeht – der Verlust Jahrhunderte alter Traditionen. 

Nachdem wir auch bei diesem stop die Präzision, Hingabe und Liebe zur Arbeit bestaunen durften, ging es weiter in die Zentrale des Unternehmens. Dort durften wir unsere eigenen Helme in Empfang nehmen und freuten uns besonders darüber, dass unser Chef uns fragte, ob wir daran Interesse hätten, auch sein eigenes Wohnhaus zu sehen. Selbstverständlich wollten wir das und machten uns direkt auf den Weg. Das Highlight des Tages sahen wir dann in Form traditioneller Holzverbindungen, die ihres gleichen suchen. Nachdem wir dann auch von den beiden Hunden unseres Chefs verabschiedet wurden, machten wir uns auf den Weg in ein weiteres Haus. 

Ganz besonders war, dass wir dort auf eine japanische Familie trafen, die die das Haus bereits mit ihren beiden Kindern bewohnte – ein intimer Einblick in das japanische Leben, mit dem wir so schnell nicht gerechnet hatten.

Nun waren wir hier mitten im Wohnzimmer einer japanischen Familie,  die Kinder spielten um uns herum, und wir waren einfach nur glücklich, dass wir diesen Moment erleben durften. Voller Dankbarkeit und Freude machten wir uns gemeinsam auf den Weg in einen Supermarkt und versorgten uns für den Rest des Wochenendes. 

Auf der Rückfahrt zu unserer Unterkunft hatten wir dann noch Gelegenheit, über Gesellschaft, Politik und Kultur zu sprechen – auch dabei stellten wir  wieder fest, wie ähnlich wir uns doch sind und wie schön es ist, diese Gemeinsamkeiten feststellen zu können. 

Nachdem unser Chef  sichergestellt hatte, dass es uns an nichts fehlt, verabschiedeten wir uns und waren völlig überwältigt von der Gastfreundschaft, der Herzlichkeit und der Wärme, die uns heute widerfahren ist. 

Japan an Tag zwei – ein absolutes Highlight. Wir freuen uns auf die kommenden Wochen!

Marius u. Jan