Unsere Reflexion zum Aufenthalt in Angoulême

Nach mehreren Wochen in Angoulême möchten wir nun auf unsere gesamten Erfahrungen zurückblicken und unsere Eindrücke zusammenfassen.

Zu Beginn lässt sich sagen, dass die Anreise mit dem Zug insgesamt sehr gut funktioniert hat. Alles war gut organisiert, und wir wurden von unseren Lehrern begleitet, was uns ein sicheres Gefühl gegeben hat. Dadurch musste sich niemand Sorgen machen, irgendwo alleine nicht weiterzukommen. Besonders positiv fanden wir, dass wir im Vorfeld verschiedene Möglichkeiten für die Anreise hatten, ob Zug, Flugzeug oder sogar Auto. Letztendlich haben wir uns gemeinsam für den Zug entschieden, da dies die einfachste und günstigste Variante war.

Bei der Rückreise gab es allerdings einige Schwierigkeiten. Die ursprünglich gebuchte Verbindung wurde im Laufe der Zeit verändert, sodass wir plötzlich deutlich später angekommen wären als geplant. Diese Änderungen traten mehrfach auf, was zunächst für Verwirrung sorgte. Nachdem wir unsere Lehrer darauf angesprochen hatten, wurde sich jedoch schnell darum gekümmert. Am Ende konnten wir eine alternative Verbindung wählen, da die ursprüngliche Zugbindung durch die Änderungen aufgehoben wurde. Dadurch war es möglich, wieder zu einer passenden Zeit nach Hause zu kommen.

Ein weiteres wichtiges Thema war das Packen. Viele von uns sind mit sehr großen und schweren Koffern angereist, was sich im Nachhinein als unnötig herausgestellt hat. Gerade in unserem Bereich, der Holztechnik, waren wir unter der Woche hauptsächlich in Arbeitskleidung unterwegs. Deshalb hätten deutlich weniger Freizeitkleidung ausgereicht, etwa drei bis vier Outfits. Wir empfehlen daher, sich vorab gut zu überlegen, was man wirklich benötigt, und auch den Wetterbericht zu beachten, um unnötiges Gepäck zu vermeiden.

Die Organisation im Vorfeld war aus unserer Sicht ein gemischter Punkt. Einerseits begann der Bewerbungsprozess für das Programm schon sehr früh, allerdings haben wir viele wichtige Informationen erst relativ spät erhalten, teilweise erst kurz vor der Abreise und oft auch erst auf Nachfrage. Dazu gehörten Informationen über die Unterkunft, die Betriebe und den genauen Ablauf. Außerdem entsprach die tatsächliche Unterkunft nicht ganz unseren Erwartungen, da uns im Vorfeld teilweise andere Informationen gegeben wurden. Das hat zu Unsicherheiten geführt und ist definitiv ein Punkt, den man verbessern könnte.

Positiv hervorheben möchten wir jedoch die Betreuung vor Ort und durch unsere Lehrer. Sowohl in Deutschland als auch in Frankreich hatten wir immer Ansprechpartner, die bei Fragen oder Problemen sofort geholfen haben. Es wurde stets versucht, schnell Lösungen zu finden, was uns sehr unterstützt hat.

Ein besonders wichtiger Aspekt war für uns die Unterkunft. Zu Beginn waren wir in einer Unterkunft ohne eigene Küche untergebracht, was sich im Alltag als unpraktisch herausgestellt hat. Nach etwa der Hälfte der Zeit sind wir deshalb in ein Airbnb umgezogen, was für uns eine deutliche Verbesserung war. Dort hatten wir eine Küche, eine Waschmaschine und generell mehr Komfort. Gerade nach einem langen Arbeitstag ist es angenehm, auch mal selbst kochen zu können und nicht immer auf Restaurants angewiesen zu sein. Deshalb würden wir zukünftigen Teilnehmern empfehlen, sich frühzeitig Gedanken über ihre Unterkunft zu machen und, wenn möglich, eine andere Option mit Küche und Waschmaschine zu wählen. Auch preislich kann sich ein Airbnb lohnen, besonders wenn man sich dieses mit mehreren Personen teilt.

Zum Thema Alltag gehört auch das Waschen von Kleidung. Zwar gibt es Waschsalons, jedoch ist es deutlich angenehmer und flexibler, eine eigene Waschmaschine zu haben. Auch das beeinflusst wiederum, wie viel Kleidung man tatsächlich einpacken sollte.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Voraussetzungen, die man für einen solchen Aufenthalt mitbringen sollte. Besonders im Bereich Sprache ist es wichtig, offen und kommunikativ zu sein. Gute Englischkenntnisse helfen auf jeden Fall weiter, allerdings sollte man auch damit rechnen, dass nicht alle Menschen vor Ort fließend Englisch sprechen. Deshalb ist es von Vorteil, wenn man sich zu helfen wissen, sei es mit Übersetzungs-Apps oder anderen Hilfsmitteln. Im besten Fall spricht man sogar ein wenig Französisch, da dies den Alltag deutlich erleichtert und viele Situationen entspannter macht.

Auch das Thema Geld spielt eine wichtige Rolle. Insgesamt können wir sagen, dass die finanzielle Unterstützung für den Aufenthalt ausreichend ist, wenn man verantwortungsvoll damit umgeht. Einige Kosten, wie die Zugfahrt, werden bereits im Voraus geregelt, während andere Ausgaben, zum Beispiel für Unterkunft oder Verpflegung, vor Ort anfallen. Diese lassen sich jedoch problemlos mit Karte bezahlen. Wer sein Budget gut plant, kommt auf jeden Fall gut zurecht und kann sich neben dem Alltag auch kleinere Aktivitäten oder Ausflüge leisten. Besonders wenn man selbst kocht und nicht ständig essen geht, lässt sich viel Geld sparen. Dennoch sollte man sich im Klaren sein, dass man je nach Interessen Prioritäten setzen muss.

Ein Aspekt, den man nicht unterschätzen sollte, ist die Selbstständigkeit. Auch wenn es Ansprechpartner gibt, lebt man vor Ort größtenteils eigenständig. Das bedeutet, man kümmert sich selbst um Einkaufen, Kochen, Waschen und den gesamten Alltag. Darauf sollte man vorbereitet sein. Gleichzeitig ist es sinnvoll, sich im Voraus Gedanken über die Freizeitgestaltung zu machen, damit vor allem an den Wochenenden keine Langeweile aufkommt.

Hilfreich ist es außerdem, sich vorab über die Gegebenheiten vor Ort zu informieren. Dazu gehört zum Beispiel das Bussystem, das in Angoulême zwar gut funktioniert, aber dennoch etwas Eingewöhnung erfordert. Es gibt verschiedene Ticketoptionen, die man entweder direkt vor Ort kaufen oder aufladen kann. Wer sich vorher mit den Verbindungen beschäftigt, findet sich schneller zurecht. Auch bei der Navigation haben wir Unterschiede festgestellt: Während Apple Karten für uns eher unübersichtlich war, hat sich Google Maps als deutlich hilfreicher erwiesen, da dort die Busverbindungen klarer und genauer angezeigt werden.

Was die zeitliche Planung betrifft, sollte man ebenfalls realistisch bleiben. Unter der Woche bleibt oft wenig Freizeit, da der Arbeitstag meist bis etwa 17 Uhr geht und viele Geschäfte bereits gegen 19 oder spätestens 20 Uhr schließen. Dadurch ist es schwierig, nach der Arbeit noch größere Unternehmungen zu machen. Die meisten Aktivitäten verlagern sich daher auf das Wochenende. Allerdings haben auch dann nicht alle Geschäfte lange geöffnet, das Nachtleben beschränkt sich hauptsächlich auf Bars und Cafés. Ein weiterer Punkt ist der öffentliche Nahverkehr: Die Busse fahren in der Regel nicht sehr lange, oft nur bis etwa 20 oder 21 Uhr. Das bedeutet, dass man entweder frühzeitig zurückfahren oder sich darauf einstellen muss, den Rückweg zu Fuß anzutreten.

Abschließend können wir sagen, dass wir den Aufenthalt jederzeit wieder machen würden. Es ist eine großartige Möglichkeit, neue Erfahrungen zu sammeln, selbstständiger zu werden und ein anderes Land aus einer ganz neuen Perspektive kennenzulernen. Besonders für Menschen, die bisher wenig Auslandserfahrung haben, ist dies eine wertvolle Gelegenheit.

Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung durch das Erasmus-Team sowie für die Betreuung vor Ort. Viele Menschen haben sich große Mühe gegeben, uns zu helfen und uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Auch wenn die Kommunikation manchmal eine Herausforderung war, haben wir immer einen Weg gefunden, uns zu verständigen, sei es mit Händen und Füßen, über Übersetzungs-Apps oder andere kreative Lösungen.

Insgesamt blicken wir auf eine sehr prägende und positive Zeit zurück, in der wir nicht nur beruflich, sondern auch persönlich viel dazugelernt haben