Erste Schritte in Finnland: Mein Tag in Loimaa

Als allererstes habe ich das Kollegium der Schule kennengelernt und wir sind dann die Schulgebäude durchgegangen, bis wir in einem Konferenzraum angekommen sind. Im Konferenzraum habe ich mich erstmal hingesetzt und aufmerksam zugehört, was Laura zum Einstieg erzählt hat. Danach haben wir auch schon losgelegt: Ich habe gemeinsam mit Emily, Frau Böhle und Frau Klemm das Finnische Schulsystem kennengelernt.

Das Finnische Schulsystem besteht aus dem Kindergarten, der Grundschule (Schulpflichtig ab 7 Jahren, Vorschule mit 6 Jahren) und einer Highschool. Diese Highschool umfasst quasi genau wie bei uns in Deutschland die Hauptschule und die Realschule (9-jährige Gesamtschule). Später kann man entweder in die Ausbildung gehen (rechte Seite) oder ins Gymnasium (linke Seite).

In der ersten Etappe der Ausbildung wird man erstmal auf die Berufswelt vorbereitet und auf das, was einem erwartet. In der zweiten Etappe der Ausbildung kann man an einer Universität studieren gehen, um seinen Bachelor-Abschluss zu bekommen. Nachteil: Man kann seine Fachrichtung nicht wechseln.

Nichtsdestotrotz ist das etwas, was es so in Deutschland nicht gibt. Das man so eine leichtere Chance bekommt, trotz einer Ausbildung zu studieren ist wirklich krass. Nachdem man seinen Bachelor abgeschlossen hat, kann man entweder in den Job einsteigen oder wenn man den Master noch dazu möchte, muss man zwei Jahre Berufserfahrung haben. Erst dann kann man den Masterabschluss studieren.

Im Gegensatz zur Ausbildung, wird es jetzt im Gymnasium ein bisschen komplizierter. Da muss man von der zehnten bis zur zwölften Klasse in der Oberstufe zur Schule gehen. Nachdem man seine Fachhochschulreife abgeschlossen hat, kann man an einer Universität studieren gehen, egal welche Fachrichtung. Das erste Studium ist der Bachelor und das zweite ist für den Master. Am Ende kann man egal, ob aus der Ausbildung oder Studium einen Doktortitel machen. Das ist aber keine Pflicht. Voraussetzung ist: Man muss den Master-Abschluss haben, sonst geht das nicht.

Nachdem wir die verschiedenen Fachrichtungen der Novida-Schule kennengelernt haben, wurden uns zwei kleine Tütchen verteilt. Diese sahen so gut aus und es war ein Buch, ein Stift und Handcreme und ein Schlüsselanhänger enthalten, den ich gut nutzen kann. Daraufhin sind wir in der Schulkantine etwas essen gegangen. Es gab ein Buffet, von den man sich Essiggurken, normale Gurken, Käse, Suppen, Brot usw. raussuchen konnte. Ich habe auf eine Kartoffelsuppe mit Tofu, Brötchen und beide Arten von Gurken zugeschnappt. Das größte Highlight an dem Ganzen waren die Brötchen. Sie waren so weich und haben so gut geschmeckt, genau wie die Suppe. Das Essen war so lecker, dass ich mir noch eine Portion genommen habe. Die Brötchen habe ich direkt, nachdem wir den zweiten Standort besucht haben im Supermarkt nachgekauft. Aber dazu kommen wir gleich. Am Ende haben wir noch ein bisschen gequatscht und uns ausgetauscht. Später sind wir zum Konferenzraum zurückgekehrt, haben unsere Sachen genommen und sind direkt zum zweiten Standort der Schule gefahren.

Und da wären wir: Mein Arbeitsplatz für die nächsten drei Wochen. Ein kleines Restaurant mit einer Bar und einer Küche, die für ein Aufsehen sorgen. Hier habe ich auch direkt meinen Küchenchef Lasse kennengelernt, dem ich morgen assistieren darf. Ich bin richtig gespannt, wie sich das ganze hier entwickeln wird. Aber jetzt erstmal zurück zum Thema. Emily, Frau Böhle, Frau Klemm und ich haben einen Rundgang durch den zweiten Standort bekommen und einen Einblick, wie die Küche und das Restaurant aussehen und was man für Tätigkeiten ausüben muss. Lasse hat uns zwei Beispiele von Gerichten gezeigt, von denen ich behaupten kann, dass sie etwas drauf haben. Das eine Gericht war etwas Kebab aus Rentier, Kartoffeln, Karotten und Champignons. Und das zweite war ein Carpaccio vom Rehbauch mit Mozzarella.


Es war danach auch die Zeit gekommen, uns das Gebäude mal genauer anzuschauen. Wir sind einmal durch die Schulkantine gegangen, was meine zweite Küche und somit mein Arbeitsplatz sein wird. Aber ich werde wahrscheinlich sehr selten dort sein. Daraufhin haben wir uns eine Turnhalle angeschaut, die zentral im Gebäude lag. Das krasseste ist, dass die Turnhalle auch ein Gym hat, das für Schülerinnen und Schüler und Lehrerinnen und Lehrer kostenlos ist.

Jetzt war es auch an der Zeit, einkaufen zu gehen. Wir haben uns alles geholt, was wir für diese Woche brauchen. Das, was wir uns geholt haben waren z.b Reis, Nudeln, Brot, Mehl, Öl, Gemüse, Linsensuppe in der Dose usw… Alles was wir halt zum überleben brauchen. Nach dem Einkauf war der Arbeitstag auch vorbei. Also sind wir nach Hause gefahren, um mal kurz die Batterien aufzuladen und uns auszuruhen.

Hier noch ein paar Bilder zu den wunderschönen Dingen, die ich mit meiner Gruppe heute entdeckt habe: