Nachhaltigkeit im Mittelpunkt – unser heutiger Projekttag in Island

Unser heutiger Projekttag in Hofsós stand ganz im Zeichen von Nachhaltigkeit, Green Labelling und verantwortungsvollem Konsum. Gemeinsam mit unseren europäischen Partnerinnen und Partnern arbeiteten wir in verschiedenen Workshops an Themen, die unmittelbar mit unserem Erasmus+-Projekt „VET Course in Ethical and Green Food Labelling for the Mind Shifting Towards Ethical and Sustainable Consumption“ verbunden sind.

🌱 Nachhaltigkeit – aber wo und unter welchen Bedingungen?

Ein Schwerpunkt war die Frage, was Nachhaltigkeit eigentlich bedeutet. In international zusammengesetzten Gruppen verglichen wir Beispiele nachhaltiger Produkte, Technologien und Wirtschaftsweisen aus unseren Ländern.

Dabei wurde deutlich: Eine Lösung, die an einem Ort nachhaltig ist, muss es nicht automatisch überall sein. Faktoren wie Energie, Wasser, Transportwege, lokale Ressourcen, Kosten und Infrastruktur spielen dabei eine wichtige Rolle.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der nachhaltigen Nutzung regionaler Ressourcen. Am Beispiel Nordislands wurde gezeigt, wie Kreislaufwirtschaft, erneuerbare Energien und die Nutzung von Nebenprodukten zu einer nachhaltigeren regionalen Entwicklung beitragen können.

🏷️ Können wir „Green Labels“ vertrauen?

Besonders eng mit unserem Projekt verbunden war die Beschäftigung mit Green Labels. Wir diskutierten, wie solche Kennzeichnungen zwischen Produzenten und Verbraucherinnen und Verbrauchern wirken und wie sie nachhaltige Kaufentscheidungen unterstützen können.

Gleichzeitig ging es um die kritische Frage: Können wir jedem grünen Label vertrauen? Auch das Thema Greenwashing spielte dabei eine wichtige Rolle. Nachhaltigkeitsversprechen müssen nachvollziehbar und überprüfbar sein.

Anschließend wurden wir selbst kreativ: In einem Workshop entwickelten die Gruppen Ideen für ein nachhaltiges Produkt, untersuchten dessen Ressourcenverbrauch und mögliche Schwachstellen und entwickelten dafür ein eigenes Green Label. Zum Abschluss wurden die Ideen in kurzen Präsentationen vorgestellt.

📘 Von unseren Workshops direkt in den Unterricht

Genau hier zeigt sich der Zusammenhang mit unserem Erasmus+-Projekt. Die in Island erarbeiteten Methoden und Inhalte sollen dazu beitragen, Schülerinnen und Schüler für nachhaltigen und ethischen Konsum sowie einen kritischen Umgang mit Lebensmittelkennzeichnungen zu sensibilisieren.

Ein wichtiges Ergebnis des gesamten Projekts wird ein digitales Handbuch in zehn Sprachen sein. Dieses soll so gestaltet werden, dass die entwickelten Inhalte und Unterrichtsmaterialien später direkt im Unterricht mit Schülerinnen und Schülern eingesetzt werden können.

⛪ Besuch der historischen Grafarkirkja

Neben der Projektarbeit lernten wir heute auch ein besonderes Stück isländischer Geschichte kennen: die Grafarkirkja, eine historische Torfkirche. Die kleine Kirche wurde Ende des 17. Jahrhunderts errichtet, 1765 entweiht und später restauriert. Mit ihrem grasbewachsenen Dach und der traditionellen Holzbauweise vermittelte sie uns einen eindrucksvollen Einblick in die isländische Kulturgeschichte.

Auch in den nächsten Tagen werden wir gemeinsam mit unseren europäischen Partnern an den Themen und Inhalten unseres Projekts weiterarbeiten und weitere Bausteine für das digitale Handbuch entwickeln.

Viele Grüße aus Island
Rafael Meyer und Timo März